Stadt

Die lokale Politik und die Verwaltung spielen eine zentrale Rolle auf dem Weg zur Zero Waste Stadt. Sie können dafür sorgen, dass der Müll nicht auf den Straßen landet, richtig entsorgt und recyclet wird. Auch bei der Müllvermeidung kann die Stadt vieles tun. Wir haben da schon einige Ideen:

 

Entsorgung

Die Mitnahme von Sperrmüll muss legalisiert werden. So können Menschen, die Möbel und andere Gegenstände noch gebrauchen können diesen auch völlig legal mitnehmen. Das verlängert die Nutzungsdauer von Gebrauchsgegenständen, reduziert den Bedarf an neuen Gütern und damit auch das Müllaufkommen

Sperrmüll sollte wieder stadtteilbezogen zu einem bestimmten Termin eingesammelt werden, so dass gezielt Menschen diese Stadtteile aufzusuchen können, um solche Gegenstände mitzunehmen, die sie noch gebrauchen können. Das verlängert die Nutzungsdauer von Gebrauchsgegenständen, reduziert den Bedarf an neuen Gütern und damit auch das Müllaufkommen.

Da der Onlinehandel über nicht zu bremsen ist, ist es sinnvoll darüber nachzudenken ihn müllreduzierter gestalten zu können. Sammelstellen für gebrauchte Kartons sollten in jedem Stadtteil zu finden sein. Hier könnten Kartons zum Beispiel aus dem Verstandhandel abgegeben werden und von Versandhändlern zu einem erneuten Versand eingesammelt werden.

Umsonstläden, in denen Gegenstände kostenfrei abgegeben und abgeholt werden können, müssen gefördert und in jedem Stadtteil vorhanden sein. Eine Förderung solcher Einrichtungen ist sehr wichtig, da sie sowohl eine Lokalität aus auch regelmäßige Pflege und Aufsicht benötigen, aber kein Geld erwirtschaften. Dadurch können jegliche Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, aber noch funktionstüchtig sind, einfach abgegeben und vor dem Müll gerettet werden.

Wertstoffe müssen getrennt gesammelt werden, damit sie weiterhin genutzt werden können. Deshalb sollten solche Sammelstellen gezielt gefördert und unterstützt werden. Getrennte Sammlungen machen zum Beispiel für Kronkorken, Zigarettenstummel und Kork Sinn. Auch könnte darüber nachgedacht werden, die Ausgeber solcher Materialien zur Rücknahme zu verpflichten, wie das bei Batterien der Fall ist.

Verpflichtung zur braunen Tonne. Viele Mieter wünschen sich eine braune Tonne um ihren Kompost separat entsorgen zu können. Viele Vermieter verweigern sich dem jedoch. Eine Verpflichtung zur Kompostierung könnte die Restmüllmenge sehr stark reduzieren und die Wertstoffausbeutung erhöhen.

Vermutlich kaum ein Gegenstand wird so häufig auf den Boden geworfen wie die Zigarettenstummel. Besonders an den „Hot Spots“ wie Bushaltestellen oder Taxiständen sollten mehr Aschenbecher vorhanden sein. Die Zero Waste Gruppe gibt gerne Tipps, wo besonders viele Kippen zu finden sind 🙂

Plastik und Restmüll haben in der Biotonne nichts verloren. Daher fordern wir: Befindet sich Plastik oder anderer Müll in der Biotonne, soll diese nicht abgeführt werden. Der Grund dafür ist, dass Plastik (auch die vermeintlich kompostierbaren Plastiktüten) sich in den Kompostieranlagen nicht zersetzt und auch nicht vollständig aussortiert werden kann. Das führt dazu, dass kleine Kunststoffpartikel im Kompost zurückbleiben und auf unseren Äckern landen. Hier besteht also dringender Handlungsbedarf.

Informationsarbeit

Großveranstaltungen, wie beispielsweise Rock im Park, verursachen Unmengen an Müll. Die Stadt sollte bei den Veranstaltern darauf hinwirken, dass so wenig Müll wie möglich produziert wird und dieser wenigstens nach Ende der Veranstaltung richtig entsorgt wird.

An vielen öffentlichen Plätzen in Nürnberg findet sich jede Menge Müll. Trotz vorhandener Mülleimer werden Zigarettenstummel, Kaffeebecher oder anderer Müll einfach auf den Boden geworfen. Das Wegwerfen von Müll kann in Bayern mit 20 Euro geahndet, was viele entweder nicht wissen oder nicht interessiert, da Strafen selten verhängt werden. Wir fordern von der Stadt zum einen, die Bürger daran zu erinnern, dass das Wegwerfen von Müll strafbar ist und zum anderen, bei Missachtung das Bußgeld auch tatsächlich einzufordern, um das Problem langfristig zu lösen.

Die Abfallwirtschaft der Stadt Nürnberg betreibt ein Infomobil, das regelmäßig an wechselnden Orten den Bürgern zu Themen rund um die Entsorgung von Müll Rede und Antwort steht. Die Zero Waste City würde sich über eine Kooperation freuen, um den Bürgern auch Informationen an die Hand zu geben, wie Müll erst gar nicht entsteht.

Die Stadt kann ihre Bürger nicht nur durch Bußgelder zum richtigen Umgang mit Müllentsorgung anregen. Auch Infokampagnen oder gezieltes Handlungsanstöße (Nudging) können Wirkung zeigen. Kopenhagen oder London machen es vor, wie mit kreativen Ideen die Städte sauberer werden können.

Oftmals besteht auf Seiten der Händler Unsicherheit, ob Lebensmittel tatsächlich in mitgebrachte Behälter abgefüllt werden dürfen. Ein offizielles Statement des Veterinäramts, dass das Mitbringen von eigenen Behältern unter Einhaltung bestimmter Hygienemaßnahmen problemlos möglich ist, würde den Händlern die Unsicherheit nehmen.

Vielen Dank an die Zero Waste City Köln, die ihre Ideen mit uns teilt.